Unter allen Beeten ist Ruh (Pippa Bolle 1) – Auerbach und Keller

rezension-2Pippa Bolle ist nach sieben Jahren Ehe mit ihren untreuen Mann ausgebrochen und von Italien zurück nach Berlin gezogen. Bei freier Kost und Logis wohnt sie bei ihrer Familie in einer sehr turbulenten Mietgemeinschaft. Als freie Übersetzerin gerade mit einem wissenschaftlichen Text über Haubentaucher beschäftigt, fehlt ihr dort einfach die nötige Ruhe um zu arbeiten – als ihre beste Freundin Karin Pippa bittet für eine Weile Haus und Hühner ihres Vaters zu hüten, flieht Pippa kurzerhand auf die (fiktive) Schrebergarten-Insel Schreberwerder. Dort angekommen wird Pippa von den Bewohnern freundschaftlich begrüßt und versorgt. Dieses Idyll scheint Pippa geeignet um ihre Übersetzung fertig zu stellen – doch der Schein trügt. Lutz „Schmutz-Lutz“ Erdmann, Dauerbewohner auf der Insel, will alle Parzellen der Kleingartensiedlung kaufen um dort ein Hanf-Hotel zu bauen und schreckt dabei auch vor fiesen Tricks und Erpressung nicht zurück. Und bald gibt es auch schon die erste Tote… Sehr widerwillig legt Pippa die Haubentaucher beiseite und versucht sich zur Abwechslung als Detektivin.

Mit „Unter allen Beeten ist Ruh'“ haben die Autorinnen den Grundstock zur Wohlfühlkrimi-Reihe um Pippa Bolle angelegt. Die Hauptfigur Pippa ist eine sympathische vollschlanke End-Dreißigerin mit leuchtend roten Haaren, die ihr den wenig schmeichelhaften Spitznamen „Feuermelder“ eingebracht haben, und einer Vorliebe für Kopfbedeckungen aller Art. Nicht nur Pippa, auch alle anderen Figuren sind liebevoll ausgearbeitet: Pippas schräge Familie, bei der es gerne turbulent zugeht, ihre beste Freundin Karin, die Pippa als Haushüterin vermittelt, die exzentrischen Insulaner, die Pippa in ihrer Mitte aufnehmen, und nicht zuletzt Kommissar Wolfgang Schmidt, den die Ermittlungen auf der Insel beinahe einen Nervenzusammenbruch bescheren. Es gibt übrigens vor dem Prolog eine Auflistung der vorkommenden Personen, sehr leserfreundlich!

Neben den eigenwilligen Charakteren und dem scheinbar idyllischen Setting, das mir unglaublich gut gefällt, hat „Unter allen Beeten ist Ruh'“ eine locker-spannende Handlung, die dem Leser nicht nur Tote, sondern auch eine Menge Spitzfindigkeiten beschert. Ich gestehe, ich bin so durch das Buch geflogen, dass ich auf Sprache und Stil nicht übermäßig geachtet habe 😉

Den Damen Auerbach und Keller ist mit dem ersten Band der Reihe ein Krimi gelungen, der ohne viel Blut auskommt, mit einer Menge köstlichem Humor aufwartet und dennoch durchgängig spannend bleibt. Damit haben sich die Damen Auerbach und Keller einen permanenten Platz in meinem Bücherregal gesichert. 5 von 5 Punkten für das dynamische Autorenduo:

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s