Rachesommer (Pulaski & Meyers 1) – Andreas Gruber

rezension-2Leipzig: Kommissar Walter Pulaski, früher eine große Nummer beim LKA, heute Ermittler beim Kriminaldauerdienst, wird zu einem Todesfall in einer psychiatrischen Einrichtung gerufen. Eine 19-jährige Dauerpatientin der Einrichtung soll Selbstmord begangen haben. Während der Untersuchung stellt er allerdings fest, dass sich die junge Frau nicht selbst getötet haben kann und erfährt, dass es kurz zuvor einen anderen verdächtigen Todesfall in derselben Einrichtung gab. Pulaskis Spürsinn ist geweckt und obwohl er den Fall abgeben muss, ermittelt er auf eigene Faust.

Wien: Evelyn Meyers ist Anwältin in einer renommierten Anwaltskanzlei, die hauptsächlich lukrative Fälle annimmt. Bei einem dieser Fälle, bei der ein Kinderarzt auf einer vermeintlich schlecht gesicherten Baustelle zu Tode kommt, stößt Evelyn auf Gemeinsamkeiten mit einem anderen Fall und als ihr Mentor und Kollege bei einem seltsamen Unfall ums Leben kommt, findet sie auch bei diesem eine Verbindung zu den anderen Fällen. Entgegen der Anweisungen ihres Chefs die Sache ruhen zu lassen, verfolgt Evelyn die entdeckten Spuren, die sie nach Norddeutschland führen, wohin es auch Pulaski inzwischen verschlagen hat….

In „Rachesommer“ balanciert Andreas Gruber gekonnt zwei Handlungsstränge, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, vermischt diese mit ein paar wenigen Rückblicken und führt sie nach und nach zu einem fulminanten Show-Down zusammen.

Hierfür hat er zwei neue Figuren erschaffen: Walter Pulaski, ehemals Top-Ermittler beim LKA, der wegen seines Asthmas und seiner 12-jährigen Tochter zum Kriminaldauerdienst gewechselt ist, aber nichts von seinem Spürsinn eingebüßt hat. Und Evelyn Meyers, eine junge, clevere Anwältin, die selbst ein Kindheitstrauma mit sich herumschleppt. Beide Charaktere sind fein ausgearbeitet und haben durch ihre Geschichte auch Tiefgang. Im Gegensatz zu Grubers Figur Maarten S. Sneijder (siehe „Todesfrist“) sind sowohl Pulaski als auch Meyers sympathisch, man kann sich gut mit ihnen identifizieren. Auch die anderen wichtigen Figuren sind fein gezeichnet, während die Nebenfiguren aber eher blass bleiben.

Die Handlung selbst behandelt ein sehr sensibles Thema, das ich hier nicht spoilern möchte, und Gruber gelingt mit seinen Schilderungen eine sehr dichte Atmosphäre zu schaffen, die einen packt und bis zum Ende nicht loslässt. Durch die Perspektivenwechsel und die Rückblenden wird der Spannungsbogen konstant hoch gehalten und sorgt dafür, dass man das Buch schwer bis gar nicht aus der Hand legen kann. Die Sprache und Schreibstil sind geradlinig und sehr anschaulich und fördern das Kopfkino ungemein – für Leser mit schwachen Nerven ist hier daher Vorsicht geboten.Die Story ist glaubwürdig, stimmig und löst alle offenen Fragen zum Ende hin auf.

Für diesen grandiosen Thriller, bei dem man sich die Nägel abkauen kann, gibt es mein die volle Punktzahl:


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