Pain: Bitter sollst du büßen (Bentz & Montoya 1) – Lisa Jackson

rezension-2Mit „Pain: Bitter sollst du büßen“ führt Lisa Jackson das Ermittlerduo Rick Bentz und Reuben Montoya, Detectives beim New Orleans Police Department vor: Während New Orleans von einer Mordserie heimgesucht wird, bei der Prostituierte mit einem Rosenkranz stranguliert werden, erhält Dr. Samantha Leeds, eine bekannte Radiopsychologin telefonische Drohungen und anonyme Nachrichten. Dr. Sam, wie ihre Zuhörer sie kennen, nimmt diese zunächst nicht ernst und auch die Polizei hat andere Prioritäten. Doch bald meldet sich der anonyme Schreiber unter dem Pseudonym „Father John“ in Sams Radiosendung und gräbt einen längst verdrängten Vorfall aus Sams Vergangenheit aus. Langsam beschleicht sowohl Sam als auch die Polizei der Verdacht, dass die Drohungen und die Morde zusammenhängen und dass sie von jemanden begangen werden, der Sam sehr genau kennt – wie zum Beispiel Sams neuer attraktiver wie mysteriöser Nachbar Ty Wheeler, der auch seine eigenen Geheimnisse zu hüten scheint…

Nachdem ich ein paar Bände von Jacksons Montana-Reihe gelesen hatte, ist mir dieses Buch, das ich erstmal für einen Einzelband hielt, wieder eingefallen. Als ich gesehen habe, dass es der Auftakt zu einer Reihe ist, habe ich es wieder hervorgekramt und gleich – mit recht hohen Erwartungen – gelesen. Allerdings besitze ich die alte Ausgabe, die nur „Bitter sollst du büßen“ heißt (vom Inhalt her sollte es keinen Unterschied machen, welche Ausgabe man liest).

Der Einstiegsband ist sehr spannend und fesselnd geschrieben und wartet mit zahlreichen Wendungen auf. Als Leser ist man von Anfang an darüber informiert, dass Morde und Drohungen zusammenhängen, man erfährt allerdings auch erst am Ende, wer sich hinter Father John verbirgt. Viel mehr streut die Autorin Hinweise, die aber auf mehrere Verdächtige zutreffen, nur um den Leser wieder auf eine andere Fährte zu locken. Die Handlung bleibt trotz vieler Wendungen gut im Fluss und ist angenehm zu lesen, ist aber nicht für schwache Nerven geeignet! Mein Wermutstropfen: die Ermittler Bentz und Montoya bekleiden hier eher eine Nebenrolle, obwohl die Serie sich um sie dreht, und das Augenmerk liegt hauptsächlich bei Samantha Leeds. Dadurch werden die Ermittler recht wenig beleuchtet und wirken sehr blass. Was sehr schade ist, weil das zum einen Verwirrung stiftet und zum anderen keine Bindung an die Ermittler entsteht. Außerdem wäre das Buch auch gut ohne die Romanze zwischen Sam und ihrem „ach-so-heißen“ Nachbarn ausgekommen.

Der Schreibstil Lisa Jacksons angenehm geradlinig ohne zu schlicht zu sein und bildet so die Grundlage für zügigen Lesefluss. Dass die Handlung recht verschlungen ist, stört dabei nicht weiter. Allerdings gibt es ein paar Passagen, die etwas langatmig sind und somit gelingt es der Autorin nicht, den Spannungsbogen durchgehend oben zu halten. Dafür legt sie gegen Ende nochmal ordentlich Tempo vor, bevor der Fall in einem packenden Showdown schlüssig aufgelöst wird.

„Bitter sollst du büßen“ erfindet das Rad des Thrillers nicht neu, zieht sich an manchen Stellen und vernachlässigt seine Hauptfiguren, bietet aber dennoch einen spannenden Plot, großteils interessante und glaubwürdige Charaktere und ein Finale, bei dem man sich die Nägel abkauen kann. Verdient somit 3 von 5 Punkten:

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