Read it and weep (A Library Lovers Mystery 4) – Jenn Mckinlay

rezension-2Als Lindseys Freundin, die frühere Broadway-Größe Violet La Rue, mit der Laientheatergruppe Briar Creeks die Aufführung von Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ plant, wird ganz Briar Creek vom Theater-Fieber gepackt. Nicht nur Beth und einige der jüngeren Büchereimitarbeiter bemühen sich vorzusprechen, sogar die steife Ms. Cole bewirbt sich für eine Rolle, während Lindsey, die sich nicht für die Bühen geschaffen fühlt, gemeinsam mit Nancy und Mary lieber an den Kostümen arbeitet. Für eine der Hauptrollen ist der bekannte britische Schauspieler und langjährige Freund der Familie Violets, Robbie Vine, vorgesehen, der vor allem bei den Damen für großes Aufsehen sorgt. Dass der Frauenschwarm auch ein Interesse für Lindsey gefasst hat, die aktuell nicht mehr mit Sully zusammen ist, verstärkt den Trubel zusätzlich, da auch seine Noch-Ehefrau und seine Ex-Freundin bei dem Stück mitwirken. Als Robbie dann bei mehreren Unfällen verletzt und bei einer Probe auf der Bühne an Vergiftung stirbt, sieht sich Lindsey einmal mehr mitten in einer Ermittlung. Verdächtige gibt es genug: neben Kitty (Noch-Ehefrau) und Lola (Ex-Geliebte) kommen auch Dylan, einer der jungen Aushilfen der Bücherei, der nach Robbies Hinscheiden seine Rolle als Puck übernimmt und seine überfürsorgliche Mutter Joanie in Frage. Dann wären da Brian, der Robbie verdächtig eine Affäre mit Brians Frau zu haben, Milliardär Sterling Buchanan, biologischer Vater von Violets Tochter Charlene, und außerdem Schleimbeutel Harvey, ein Theaterkritiker, der von Buchanan geschickt wurde um Violets Stück zu ruinieren. Von Robbies Tod, den sie miterleben musste, schwer mitgenommen, beginnt Lindsey Fragen zu stellen und bringt sich selbst in Gefahr…

Jenn Mckinlay hat in Band 4 der Reihe um Lindsey und Briar Creek ordentlich Gas gegeben, die Handlung ist wesentlich flotter als bei den Vorgängerbänden und läuft beinahe Schlag auf Schlag ab. Dennoch ist „Read it and weep“ meiner Meinung nach der schwächste Band der Reihe: Das lag zum Teil wohl daran, dass in „Read it and weep“ wieder mehrere neue Charaktere ins Spiel gebracht werden, was es an manchen Stellen schwierig gemacht hat, den Überblick zu behalten. Alleine die Verdächtigenliste ist schwindelerregend lang, den der gutaussehende Schauspieler ist ein ziemlicher Casanova und ist mitsam Noch-Ehefrau Kitty und Ex-Geliebter Lola angereist, ausserdem verdächtig einer der Bewohner, Brian, ihn eine Affäre mit seiner Frau zu haben. Auch Schüler Dylan hat ein Motiv: als Zweitbesetzung hat er nach Robbies Tod dessen Rolle als Puck übernommen. Und Dylans überfürsorgliche Mutter Joanie könnte Robbie ebenso ins Jenseits befördert haben. Aber damit hört die Liste noch gar nicht auf! Ebenso gehört zu den Verdächtigen der Milliardär Sterling Buchanan, der biologische Vater von Charlene La Rue – Violet hatte ihn verlassen als sie schwanger wurde, weil er kein Kind wollte und da er sich nie um Violet oder Charlene bemüht hatte, wollte auch Charlene nichts von ihm wissen. Dass er jetzt – wo Charlene als Nachrichtensprecherin Karriere gemacht hat und eine gewisse Berühmtheit erlangt hat – seine Meinung geändert hat, stimmt aber weder Violet noch Charlene um, was Buchanan wütend genug macht um Violet in aller Öffentlichkeit zu bedrohen – und vielleicht sogar zu morden? Und der letzte Verdächtige ist kein angenehmerer Zeitgenosse: Harvey Wagus, ein verschlagener Theaterkritiker, von Buchanan engagiert um das Stück zu verreißen… Das ist ein ganz schöner Aufmarsch an neuen Figuren, kein Wunder also, dass das Buch an vielen Stellen sehr chaotisch wird.

Sehr gefallen hat mir, dass die liebgewonnenen „alteingesessenen“ Personen weiter ausgebaut werden. Viele davon sind in irgendeiner Form an der Theaterproduktion – auf und hinter der Bühne – beteiligt. Dass ausgerechnet die strenge Ms. Cole die Rolle der lieblichen Elfenkönigin Titania erhält und das Mary’s Ehemann Ian als Nick Bottom brilliert, macht dabei besonders Laune. Lindsey selbst ist eher hinter der Bühne zugange: gemeinsam mit Nancy und Mary kümmert sie sich um Kostüme und Requisiten. Dass auch Sully dort arbeitet – er ist für das Bühnenbild zuständig – sorgt dafür, dass sich beide immer wieder in die Arme laufen. Da er Lindsey am Ende des letzten Bandes mehr oder minder den Laufpass gegeben hat um ihr „Zeit zu geben, über ihre Gefühle klar zu werden“ und seither zwischen den beiden Funkstille geherrscht hat, ist das für Lindsey eine etwas schwierige Situation. Vor allem da sich auch Robbie sehr für sie interessiert. Weniger gut gefallen hat mir, dass die Autorin hier unbedingt ein „Liebesdreieck“ einbauen musste *Seufz*. Ein gewisses Maß an Romantik gehört für mich bei Cozy Krimis normalerweise dazu, aber diese Dreiecksentwicklung zusätzlich zum Theaterchaos, den vielen neuen Figuren und dem Mord fand ich schon etwas nervig – das hätte für mich eher in eine ruhigere, weniger chaotische Story gepasst als hier.

Weil der Plot gewohnt spannend und lustig war und weil die Wiedersehensfreude groß war, hat sich Jenn Mckinlay trotz Unübersichtlichkeit und Liebeschaos 3 von 5 möglichen Punkten verdient:

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