Deichmord (Romy Beccare #6) – Katharina Peters

rezension-2

Autor:  Katharina Peters
Einband: E-Book
Seitenanzahl: 320 Seiten
Veröffentlichung: 17.03.2017
Verlag: Aufbau Verlag GmbH & Co. KG

Die Rügener Polizei ist in heller Aufregung: laut einer anonymen Nachricht sei ein Anschlag auf die Störtebeker-Festspiele geplant. Ein lokaler Hotelbetreiber sei in die Sache verwickelt. Die Polizei ermittelt fieberhaft, beleuchtet alle Anwohner sowie Gäste: kurzum jeden, der auch nur am Rande mit der Insel zu tun hat, ohne etwas zu finden. Als die Festspiele ohne jegliche Zwischenfälle über die Bühne gegangen sind, ist die Erleichterung natürlich groß. Kommissarin Romy Beccare und ihre Kollegen sind dennoch überzeugt, dass die anonyme Nachricht nicht als Scherz gemeint war und graben weiter. Als kurz darauf eine Frauenleiche auf einer Mülldeponie gefunden wird und die Ermittlungen noch einige Vermisstenfälle zutage fördern, die alle – obwohl viele Jahre zwischen den einzelnen Fällen liegen – mit demselben Gästehaus in Ralswiek in Verbindung stehen, scheint sich der Verdacht der Polizei zu bestätigen. Die Ermittler aus Bergen und Stralsund  beginnen mit der Recherche, doch die Spuren sind inzwischen sehr kalt…

Deichmord ist bereits Katharina Peters sechster Band um Kommissarin Ramona „Romy“ Beccare und ihre Rügener und Stralsunder Kollegen. Für mich ist es allerdings das erste Buch der Autorin, auf das ich eher zufällig auf Netgalley gestoßen bin – an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den Aufbau-Verlag für das Rezensionsexemplar (mein allererstes! 🙂 ). In ihrem sechsten Fall bekommen es die Ermittler um Kommissarin Romy Beccare mit mehreren alten Fällen, sogenannten Cold Cases, zu tun. Hier merkt man, dass Frau Peters bereits einige Erfahrung mit der Schriftstellerei hat – mit einigem Geschick verschachtelt die Autorin verschiedene Kriminalfälle, deren einziger gemeinsamer Nenner das Gästehaus der Familie Magold ist. Da es erstmal keine anderen Spuren gibt, vertieft sich die Ermittlertruppe in die Geschichte der Familie Magold, deren aktuelles Oberhaupt selbst ehemaliger Polizeibeamter ist. Hier entspinnt sich ein Verwirrspiel, das einige Verdächtige und noch mehr Wendungen liefert. Die dabei aufgeworfenen Fragen werden nach und nach logisch und schlüssig aufgelöst. Die Handlung ist übrigens in sich abgeschlossen und kann auch ohne Vorwissen der früheren Bände problemlos gelesen werden.

Obwohl das Buch generell eine eher ruhige Tonart anschlägt, ist die Handlung durchaus packend, wenn auch an mancher Stelle etwas unübersichtlich – da hier gleich mehrere Fälle behandelt werden und es daher mehrere Opfer sowie „Personen von Interesse“ gibt, ist es manchmal schwierig den Überblick zu behalten. Und da ich die vorhergehenden Bände nicht gelesen habe, hatte ich es – zumindest anfangs – auch nicht ganz leicht, mir die Ermittler zu merken.  Hier hätte mir bestimmt geholfen, wenn die Kurzbeschreibungen zu den Ermittlern, die hinten im Buch angeführt sind, sich vorne im Buch vor der eigentlichen Handlung befunden hätten. Die Charaktere sind allesamt glaubwürdig und gut ausgearbeitet, vor allem die Ermittler sind fein gezeichnet und haben Ecken und Kanten, was ihnen Tiefe verleiht.

So verschachtelt die Handlung ist, so schnörkellos und geradlinig ist der Schreibstil, der für einen zügigen Lesefluss sorgt. Die Sprache, der sich die Autorin bedient, ist dabei anschaulich, aber einfach gehalten. Außerdem kommt das Buch ohne viel Blut und allzu grafische Beschreibungen der Morde bzw. der Leichen aus und ist daher auch für Leser geeignet, die ein schwächeres Nervenkostüm haben 😉 Die einzelnen Kapitel (24 + Prolog) sind recht kurz und sorgen für eine angenehme Aufteilung des Plots. Das Cover ist mit seinem leicht düsteren Touch ansprechend gestaltet und der Titel kurz und einprägsam, allerdings ist beides etwas irreführend, weder kommen im Buch Boote vor, wie abgebildet noch ein Deich wie im Titel impliziert. Das tut dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch.

Alles in allem ist Deichmord ein kurzweiliger, spannender Krimi, der sich zügig weglesen lässt und sich bestimmt auch als gemütliche Urlaubslektüre eignet. Macht Lust auf mehr und daher sind die Vorgängerbände soeben auch auf meine Wunschliste gewandert 😉 Dafür gibt’s 4 von 5 Punkte:

bookbookbookbook

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